Ehescheidung

Durch eine Ehescheidung kann eine gescheiterte Ehe aufgelöst werden. Eine Ehescheidung erfolgt nach deutschem Recht durch einen entsprechenden Beschluss durch ein Familiengericht. Das Familiengericht ist ein Teil des Amtsgerichts.

Hierfür muss durch einen oder beide Ehegatten ein entsprechender Antrag auf Ehescheidung beim zuständigen Familiengericht gestellt werden. Für ein Scheidungsverfahren besteht ein Anwaltszwang. Infolge muss sich zumindest ein Ehegatte, mithin der Antragsteller von einem Rechtsanwalt vertreten lassen. Es können sich aber auch beide Ehegatten von verschiedenen Rechtsanwälten vertreten lassen.

Eine Ehescheidung setzt voraus, dass die Ehe gescheitert bzw. zerrüttet ist. Nach der gesetzlichen Regelung wird bei einer so genannten einverständlichen Ehescheidung eine Zerrüttung der Ehe vermutet, wenn die Ehegatten mehr als ein Jahr getrennt leben, keine Bereitschaft zur Versöhnung zeigen und der Ehescheidung zustimmen. Auch bei einer streitigen Scheidung, mithin einer Scheidung gegen den Willen eines Ehepartners wird eine Zerrüttung vermutet, wenn die Ehegatten mehr als drei Jahre getrennt sind. In Ausnahmefällen kann eine Ehe vor Ablauf eines Trennungsjahres und ohne die Zustimmung des Ehegatten geschieden werden, wenn eine unzumutbare Härte für einen Ehegatten vorliegt.

In einem Scheidungsverfahren wird zugleich der Versorgungsausgleich geregelt. Auf Antrag können zugleich bei gemeinsamen Kindern bspw. die elterliche Sorge, der Umgang und der Kindesunterhalt geregelt werden. Darüber hinaus können Ansprüche aus dem ehelichen Güterrecht, Unterhaltsansprüche des Ehegatten für die Zeit während der Trennung und nach der Ehescheidung sowie die Verteilung des Hausrats und die Zuweisung der Ehewohnung geregelt werden.

Bei einer beabsichtigten Ehescheidung ist eine frühzeitige Beratung durch einen Rechtsanwalt ratsam. [Kontakt]