Startseite > Familienrecht > Unterhalt > Ehegattenunterhalt > Unterhalt bei Betreuung minderjähriger Kinder

Unterhalt bei Betreuung minderjähriger Kinder

Seit der Unterhaltsrechtsreform am 1.1.2008 gilt:

Bei Unterhaltsansprüchen wegen der Betreuung von Kleinkindern sind nach der neuen Gesetzeslage Mütter von ehelich geborenen und von nichtehelich geborenen Kindern gleichgestellt. Beide haben gegenüber dem anderen Elternteil für mindestens drei Jahre nach der Geburt des Kindes einen Anspruch auf Betreuungsunterhalt. Eine Verlängerung dieses Unterhaltsanspruches kommt nur noch aus kindesbezogenen Gründen in Betracht und muss jeweils im Einzelfall geprüft werden. Damit ist das alte Altersphasenmodell, nach dem im Regelfall für den betreuenden Elternteil eine teilweise Erwerbstätigkeit erst ab dem 8. Lebensjahr und eine volle Erwerbstätigkeit ab dem 15. Lebensjahr zumutbar waren, aufgehoben worden.

Für eine Verlängerung des Betreuungsunterhaltes nach der neuen Gesetzeslage

ist stets zunächst der individuelle Umstand zu prüfen, ob und in welchem Umfang die Kindesbetreuung auf andere Weise gesichert ist oder in den kindgerechten Betreuungseinrichtungen gesichert werden könnte.

Weitere Gründe für eine eingeschränkte Erwerbspflicht können sich u.a. aus schweren Krankheiten des Kindes oder daraus ergeben, dass gerade auf die während der Ehe „vereinbarte und praktizierte Rollenverteilung und die gemeinsame Ausgestaltung der Kinderbetreuung

BGH, Urteil vom 18.3.2009 – XII ZR 74/08

vertraut wurde.

Diese Gesetzesänderung gilt als Abänderungsgrund für bereits vor dem 1.1.2008 erwirkte Unterhaltstitel. Daher ist es insbesondere für Unterhaltspflichtige ratsam, ältere Unterhaltstitel von ihrem Anwalt überprüfen zu lassen.

Vereinbaren Sie einfach für eine individuelle Beratung einen Termin mit Ihrem Rechtsanwalt.

 

Alle Angaben auf diesen Internetseiten sind ohne Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Inhalte. Die Informationen dieser Internetseite können, sollen und dürfen ein Beratungsgespräch durch einen Anwalt nicht ersetzen. Sie dienen lediglich der groben Übersicht bzw. als erste Anhaltspunkte. Schlussendlich kommt durch die reine Nutzung dieser Internetseite kein Vertragsverhältnis zwischen dem Nutzer und dem Anbieter zustande.


Wo ein Wille ist,

ist auch ein Weg.

Und wir haben

den Weg.